Das Konzept

Es war mal wieder eine arbeitsreiche, aber auch sehr schöne Zeit in Graz. An allen Ecken spürt man, dass die Menschen bei video2brain ihre Trainer als wichtigstes Gut betrachten. Es mangelt an nichts. Die Technik funktioniert, spezielle Wünsche werden sofort erfüllt. Und dies alles in einer entspannten, familiären Atmosphäre. Ein herzliches Dankeschön daher an dieser Stelle noch einmal an das Team von v2b für die super Organisation und Betreuung!

Was erwartet die Lernenden nun? Ich hoffe, ein noch besseres Produkt als die zweite Auflage. Nach dem Durcharbeiten des Trainings sollte man das dem CMS zugrunde liegende Prinzip verstanden haben und in der Lage sein, eine eigene Website mit Contao aufzubauen. Das Timing war diesmal sehr gut. Kurz nach Erscheinen der Version 3.1 ging's los, so dass ich die darin enthaltenen neuen Features mitbehandeln konnte.

Für wen ist das Training gemacht? Die Zielgruppen sind auch in dieser Auflage gleich geblieben. Das Training richtet sich an Einsteiger ohne Erfahrung mit Content-Management-Systemen, die aber einen Computer bedienen können sowie an fortgeschrittene Webworker, die bereits Erfahrung mit anderen Systemen haben. Den Einleitungs- und Installationsteil können Sie als fortgeschrittener Benutzer wahrscheinlich überfliegen, anschließend wird es aber für beide Zielgruppen interessant.

Was ist neu? Neu ist ein Kapitel, in dem ich versuche, das "Big Picture" von Contao zu umreißen. Die Beispielsite wird darin so aufgebaut, dass man alle wichtigen Stellen des Systems genau einmal berührt und so ein Verständnis für die Zusammenhänge erlangt. Neu ist auch das Kapitel "Responsive Contao". Mit Version 3 wurde Contao fit für mobile Webseiten gemacht. Wie man vorgeht, wird Schritt für Schritt durchgespielt. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Neuerungen, die sich dadurch ergeben haben, dass ich mir im Vorfeld ein paar Dos und Don'ts notiert habe. Eigentlich für mich gedacht, aber ich hänge sie hier mal dran.

Prämissen für's Videotraining

1. Gesamtqualität: Es gab durchweg gute Noten für den Vorgänger. Aber nicht das bestehende VT einfach nur mit aktuellen Bildern neu aufsprechen! Alles soll besser werden. Qualität steht vor Quantität. Nicht die Gesamtlaufzeit ist entscheidend. Wenn es weniger als 8 h werden, ist es so.

2. Lernerfolg: Nichts motiviert mehr als Erfolg. Daher nicht nur am Ende eines Kapitels oder Abschnitts, sondern am Ende jedes einzelnen Films ein erkennbares Ergebnis erzielen. Beispiel: Es soll möglichst schnell ein eigener Beitrag im Frontend zu sehen sein. Das geht über mehrere Filme. Am Ende jedes Films klar machen, dass man einen Schritt weiter ist. Die Lernenden müssen in Kauf nehmen, dass erklärungswerte Einstellungen übergangen werden. Das Lernziel soll zielstrebig erreicht werden, daher nicht auf alle Details eingehen, z. B. Seiteneinstellungen.

3. Praxisnähe: Lernen so nah es geht am tatsächlichen Verlauf eines Projekts demonstrieren. Dadurch ergibt sich bereits eine grobe Reihenfolge der Themen. Z. B. Installation von Erweiterungen zu Beginn, Seitendesign vor der Implementierung von Inhalt und Funktionen, Backend für Redakteure nach Projektabschluss.

4. Nachvollziehbarkeit: Das gesamte Training soll transparent nachvollziehbar sein. An keiner Stelle etwas tun, was der Lernende nicht sieht. Um Zeit zu sparen - etwa beim Stylen, kann man hinterrücks etwas tun. Das sollte dann aber an entsprechender Stelle gezeigt und kurz erläutert werden. Fehler und Unsauberkeiten werden gesammelt und am Ende für den Lernenden transparent ausgebessert. Im echten Projekt zwischendurch, hier aber nicht. Das verwirrt. Keine Shortcuts benutzen oder wenn, dann mit Ansage.

5. Verständlichkeit: Begriffe sollen bei erstmaliger Verwendung erläutert werden. Schwierigkeit hierbei: Beim Thema Contao bleiben. Sachkundige Lernende nicht mit Basiswissen langweilen. Lösung: Erforderliches Basiswissen bei jeweiligen Thema nur kurz anreißen und auf weiterführende Infos verweisen (Links).

6. Verwertbarkeit: Jeder Film soll für sich allein verwertbar sein, auch wenn er in einem Gesamtkontext steht. Daher zu Beginn eines Filmes die Ausgangssituation, falls erforderlich, kurz beschreiben. Keine Verweise auf spätere Filme in der Art: "Das erkläre ich dann noch genauer in einem anderen Film.", selbst wenn es so ist.

7. Themenwahl: Es soll kein Kompendium werden. Genau die Themen wählen, die für das Format VT ideal sind, d. h. Workflows abbilden und auf Auflistungen aller Komponenten mit ihren Konfigurationsmöglichkeiten verzichten, denn das können andere Formate besser. Ansonsten würde es auch ein dreieinhalbtägiges Training werden. Literatur gibt es zu Genüge. Peters Buch ist z. B. sehr gut. Deshalb muss mein Fokus ein anderer sein. Die vorgestellten Beispiele sollen die wesentlichen Merkmale des Systems beinhalten. Ein Contao VT kann z. B. kein CSS-Training sein. Dennoch gehört CSS zum Aufbau einer Seite und zur Gestaltung von Elementen ständig dazu. Lösungsansatz: Kein gesondertes Kapitel zum Thema CSS aber zunächst das Erstellen von CSS zeigen, später überall dort, wo CSS eine Rolle spielt, das CSS vorbereiten, den Code zeigen und dann das Ergebnis im Frontend.

Weitgehend auf Erweiterungen verzichten, aber an geeigneter Stelle darauf verweisen. Es geht um Contao - und das ist komplex genug. Den Lernenden nicht wie einen Erstklässler durch die Projekt-Homepage führen, sondern nur kurz Features und Demoversion zeigen und dann auf die Menschen verweisen, die am Projekt beteiligt sind. Die sind wichtiger.

8. Objektivität: Bei aller eigenen Begeisterung für das System - Im Vordergrund sollte stehen, wie Contao funktioniert. Begeisterung darf vereinzelt schon mal aufblitzen, mehr aber nicht. Schwachstellen sollen benannt werden, wie z. B. bei der wenig aussagekräftigen Meldung "No root page found" oder beim Bestätigen der Funktion "Passwort vergessen".

9. Humor: Ein Videotraining muss nicht trocken sein. Im Präsenzunterricht können spontan eingesetzte Jokes die Motivation fördern. Im Format VT kann so etwas bei bestimmten Lernenden aber das Gegenteil bewirken. Das Training soll kurzweilig aber nicht albern werden (Nachtrag: Abgesehen vom "Kölner Dom" ist mir das hoffentlich gelungen.)

10. Werbung in eigener Sache: Das Contao-Schulungszentrum kann und soll im Umfeld des Trainings genannt werden. Im Training selbst verkneifen.